TINNITUS Ganzheitliche Behandlung von Tinnitus Unsere Themen rund um den Tinnitus:
Tinnitus:
Die
Tinnitus - Retraining-Therapie in der Behandlung des chronischen Tinnitus Die Habichtswald-Klinik befindet sich in Kassel-Wilhelmshöhe direkt am größten Bergpark Europas, der mit vielen kleineren und größeren Wasserfällen Tinnitus - Betroffene zu Spaziergängen mit wohltuender Geräuschkulisse einlädt. Ferner steht allen Patienten fünfmal wöchentlich die Nutzung der Kurhessentherme frei, die zahlreiche Möglichkeiten der Entspannung und Erholung bietet. Die Klinik selbst schafft mit ihren gut ausgestatteten Räumlichkeiten und der besonderen und einladenden Atmosphäre ideale Voraussetzungen, die das Wohlfühlen, zur Ruhe kommen sowie wieder zu sich selbst finden erleichtern.
In dieser Atmosphäre
eingebettet und der Psychosomatischen Abteilung zugeordnet wenden sich die
unterschiedlichen Fachkräfte den Tinnitus - Betroffenen, Hörgeschädigten,
unter Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) Leidenden und Morbus-Menière-Kranken
zu. Ein länger bestehender therapieresistenter Tinnitus hat häufig massive
Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche und führt zur Entwicklung von Sekundärsymptomen
wie Konzentrationsstörungen,
Ziel der Behandlung ist es, mit
der als störend oder quälend empfundenen Hörbeeinträchtigung, die häufig zu
Resignation und Isolation führt, besser leben zu lernen und wieder mehr
Lebensqualität und Lebensfreude zu erlangen. Neben der potentiellen
Verbesserung der Hörsituation (Hörgeräte- und/oder Rauschgeräteversorgung)
heißt dies häufig auch, sich selbst achtsamer zu begegnen, sich nach innen zu
wenden und besser auf sich zu hören. Im folgenden werden die vier Behandlungssäulen der ganzheitlichen Tinnitus - Behandlung in der Habichtswald-Klinik erläutert und anhand von Erfahrungswerten verdeutlicht.
In dem multiprofessionellen
Team arbeiten HNO-Arzt, Allgemeinärztin, psychologische Psychotherapeutin,
analytische Kunsttherapeutin, Atem- und Körperpsychotherapeutin und
Krankenschwester (auch in der Funktion als Hörtherapeutin) eng zusammen. Das
Team ist nicht nur unter einem Dach vereint tätig, sondern darüber
hinausgehend in regelmäßigem Austausch miteinander vernetzt. In einer
zusammenschauenden Diagnostik werden sowohl Tinnitus auslösende und –verstärkende
Faktoren zusammengetragen und gewichtet als auch nach für den angestrebten Gewöhnungsprozess
möglichen Hilfestellungen gesucht. Darauf aufbauend wird gemeinsam mit dem
Patienten ein individueller Therapieplan erstellt, der prozessbegleitend
evaluiert und modifiziert wird. Wesentlich ist dabei die aktive Mitarbeit des
Tinnitus - Betroffenen, welche quasi das Fundament bildet. Zu Beginn der ganzheitlichen Tinnitus - Behandlung wird die erforderliche neurootologische Diagnostik durchgeführt bzw. aktualisiert, was überwiegend im Haus stattfindet. Möglich sind Tonschwellenaudiometrie, überschwellige Audiometrie mit Tinnitus - Verdeckungskurve und Frequenzanalyse, Sprachaudiometrie, Tympanometrie und Stapediusreflexmessung, otoakustische Emissionen (OAE), Hirnstammaudiometrie (BERA) und Vestibularisprüfung mit Video-CCG/CNG. Der HNO-Arzt hält seine
Sprechstunden in der Klinik ab und informiert einfühlsam und verständlich über
Tinnitus, weitere Hörstörungen und Tinnitus-Retrainingtherapie, welche vor
Ort eingeleitet werden kann. Regelmäßig finden Vorträge und eine offene
Tinnitus - Fragestunde statt, wo persönliche Fragen in der Gruppe beantwortet
werden. Ziel der Tinnitus - Retrainingtherapie ist es, das Gehör zunächst mit apparativer Unterstützung eines Rauschgerätes (Noiser) vom Tinnitus abzulenken und die natürliche Fähigkeit des Gehirns, störende und unbedeutende Geräusche wegzufiltern, wieder zu fördern und zu trainieren. Bei bestehenden Hörminderungen ist bei Tinnitus - Betroffenen eine möglichst frühzeitige Versorgung mit Hörhilfen unerlässlich. Die Erfahrung zeigt aber leider, dass dies bei vielen Patienten häufig noch nicht der Fall ist. Die Zusammenarbeit mit Hörgeräteakustikern
vor Ort ist gewährleistet, so dass eine erforderliche und/oder probeweise
Versorgung mit einem Hörgerät und/oder Rauschgerät zügig durchgeführt
werden kann.
Tinnitus:
Allgemeinmedizinische Maßnahmen und
Rehabilitation In der sorgfältigen
allgemeinmedizinischen Untersuchung werden den Tinnitus mitauslösende und verstärkende
somatische Störungen diagnostiziert oder auch ausgeschlossen. Häufig finden
sich unterschiedlich stark ausgeprägte Formen der HWS-Beteiligung, Bluthochdruck
sowie zahnmedizinische Faktoren wie zum Beispiel Zähnepressen oder unbehandelte
Zahnherde. Beispielsweise könnte - dies ist aber eher selten der Fall - eine mögliche
Schlafapnoe festgestellt und dann behandelt werden, die für eine hartnäckige
Schlafstörung mitverantwortlich ist. Zur Behandlung des chronisch-komplexen Tinnitus werden schulmedizinische Therapien sowie bevorzugt auch Naturheilverfahren eingesetzt. Häufig wendet die Allgemeinärztin Akupunktur an, die sich bei vielen Tinnitus - Patienten insbesondere zur Linderung von Sekundärsymptomen bewährt hat und die mit unterschiedlichem Erfolg direkt auf den Tinnitus positiv Einfluss nehmen kann. Fast alle Tinnitus - Patienten leiden unter einer chronisch erhöhten körperlichen Anspannung, welcher durch regelmäßige Entspannungsübungen begegnet werden kann. Hierzu werden das Autogene Training, die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Yoga und Taiji angeboten. Daneben erfolgen Krankengymnastik, Akupunktmassagen, Fußreflexzonenmassagen, Lymphdrainagen, Schiele Bäder und andere balneophysikalische Maßnahmen. Besonders beliebt ist das Liegeduschen, das häufig als sehr wohltuend und entspannungsfördernd erlebt wird.
Aktive Tinnitus -
Bewältigungstherapie Die empfundene Gesamtbelastung
durch den Tinnitus wird mittels des Tinnitus - Fragebogens von Goebel und Hiller
gemessen und ein individuelles Belastungsprofil wird zu Beginn, zum Abschluss
und ca. 1 Jahr nach Abschluss der Behandlung erstellt. Dabei konnte eine
signifikante Reduktion der Belastung festgestellt werden und die meisten
Patienten verlassen die Klinik mit einem deutlichen Gefühl der Entlastung. Ziel
der aktiven Bewältigungstherapie ist es, sich dem Tinnitus bzw. der Hörbeeinträchtigung
nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert zu fühlen, sondern unterstützt durch den
Austausch mit anderen Betroffenen geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln
und einzuüben. Der Tinnitus soll von belastenden Gedanken und beeinträchtigenden
Gefühlen wie Angst,
Hilflosigkeit, Ärger oder Verzweiflung entkoppelt und zu einem bedeutungslosen
Reiz werden, der im Rahmen eines Habituations- (Gewöhnungs)prozesses wieder überhört
werden kann. Dabei kommt der Aufmerksamkeit und der aktiven
Aufmerksamkeitslenkung eine besondere Bedeutung zu. Viele Patienten haben sich aufgrund der Verständigungsproblematik und Verunsicherung zurückgezogen und vermeiden insbesondere Gruppengesprächssituationen wie Treffen mit Freunden, Vereinsaktivitäten oder Feierlichkeiten, was zunehmend in eine nicht mehr überwindbar erscheinende Isolation führen kann. Der Austausch mit anderen Tinnitus - Betroffenen ist dabei der erste Schritt aus dem Teufelskreis heraus und die Gruppensitzungen werden allmählich zu einem Ort der Unterstützung. Um diesen Prozess zu erleichtern, steht für Patienten mit Hörminderung eine Höranlage mit Induktionsschleife zur Verfügung. Prozesse, die zur Aufrechterhaltung und Verstärkung der Ohrgeräusche führen können,
werden analysiert und konkrete Möglichkeiten der Verhaltensänderung und der
Einstellungsänderung werden erarbeitet. Der Tinnitus soll seinen
Aufforderungscharakter und Informationsgehalt verlieren und wenn ihm
beispielsweise eine Funktion als Stress- und Belastungsbarometer zukommt, müssen
andere Signale für die Belastungs- und Leistungsgrenze gesucht werden. Viele
Tinnitus Patienten haben eine hohe Leistungsorientierung und werden darin
unterstützt, ihre Leistungsansprüche zu senken und zu einer adäquaten Bedürfnisorientierung
zu finden. Körpertherapie bietet die Möglichkeit, vom Ohrgeräusch zu defokussieren und die Aufmerksamkeit und die Energie auf den gesamten Körper als Einheit zu verteilen. Die einseitige Konzentration auf den Kopf- und Nackenbereich hat zur Folge, dass viele vitale Impulse und Gefühle nicht gehört und beachtet werden, wodurch sie keinen angemessenen und entlastenden Ausdruck finden. Der Mensch gerät in einen Kreislauf, der den Tinnitus begünstigt, An- und Verspannungen steigern sich, die Energie sammelt sich einseitig im Kopf- und Nackenbereich (Kopflastigkeit), die Lebensenergie blockiert und es kann keine wirkliche Lösung und Entspannung stattfinden. Anhand unterschiedlicher Übungen
wird in den gesamten Körper – bis in die Füße – gehorcht, werden
Blockierungen aufgespürt und die Energie wieder zum Fließen gebracht. Es
werden auch Übungen zur Zentrierung der Kraft, zum Wahrnehmen von Grenzen, zum
Ausdruck von Aggressionen und zum Fallenlassen angeboten. Eine Tinnitus - Patientin
machte beispielsweise die verblüffende Erfahrung, dass sie in einer Aggressionsübung
mit der Vorgabe, die Stimme zu benutzen, erst einen entlastenden Ausdruck fand,
als ihre Stimme die gleiche Tonlage wie ihr Tinnitus bekam. Sie konnte den
Tinnitus, den sie vehement bekämpft hatte, als zu sich gehörig erfahren. Der Prozess des wieder auf sich Hörens wird unterstützt durch die von Dr. med. Michael F. Schmidt entwickelten Übungen, welche in dem Buch von Lutz-Michael Schäfer und Dr. med. Michael F. Schmidt „Selbsthilfe bei Ohrgeräuschen: Wie Sie Ihr Tinnitus-Retrainingprogramm mit 21 Übungen wirkungsvoll unterstützen“ nachgelesen werden können. Diese Übungen, die zweimal wöchentlich unter Anleitung ausgeführt werden und gut im Alltag umgesetzt werden können, verknüpfen Entspannungsverfahren, Atemübungen und Hörerfahrungen zu einem ganzheitlichen Übungsansatz. Die Erfahrung zeigte, dass die Entwicklung eines positiven Zuganges zum Körper und eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit für den eigenen Körper dem Tinnitus die Kraft nehmen und er seine Macht im Vordergrund des Selbsterlebens verliert. Die innere Wahrnehmungsfähigkeit wird gesteigert und damit wird der Zugang zur inneren Stille gebahnt, nach der sich jeder Tinnitus - Betroffene sehnt. Tinnitus:
Psychosomatische Therapie Die psychosomatische Therapie basiert auf der biographischen Anamnese nach tiefenpsychologischen Gesichtspunkten, wobei die Auslösesituation für den Tinnitus unter Einbezug der lebensgeschichtlichen Zusammenhänge und möglicher kompensatorischer Verhaltensmuster analysiert wird. Die hohe Leistungsorientierung vieler Tinnitus - Betroffener wurde bereits erwähnt, welche häufig durch die Angst vor Ablehnung und die Suche nach Anerkennung und Liebe motiviert ist. Ohrgeräusche treten oft bei erhöhter emotionaler Belastung durch unlösbar erscheinende Aktualkonflikte und ungelöste chronische Konflikte in der Familie, in der Partnerschaft und/ oder am Arbeitsplatz auf. Es wird erkundet, ob in der
Ursprungsfamilie vermittelte Muster der Beziehungsgestaltung in einer heute
beeinträchtigenden Art und Weise die Lebensführung prägen, um damit die
innere Dynamik des Einzelnen zu verstehen und quasi an der Wurzel der
Problematik nach Lösung zu suchen. Gemeinsam werden alternative Konfliktbewältigungsformen
erarbeitet und können im Rahmen des sozialen Übungsfeldes der Klinik erprobt
werden. Hat jemand beispielsweise gelernt, es allen recht machen zu wollen und
traut sich nicht, sein Recht einzufordern, kann er erfahren, wie sich ein so
genannter gesunder Egoismus auf seine Erwartungen von Ablehnung auswirkt und ihm
kann eventuell ein höheres Maß an Achtung und Selbstachtung begegnen. Wenn
jemand Schwierigkeiten hat, sich abzugrenzen und „nein“ zu sagen, können
die Hintergründe dieser Haltung verstanden und auf dieser Basis Ansatzpunkte
und Mut für neue Erfahrungen gefunden werden, die mehr Freiräume und
Leichtigkeit in den Alltag bringen. Tiefenpsychologisch fundierte Therapie findet sowohl in der Gruppe mit bis zu elf Tinnitus - Patienten als auch im Einzelgespräch statt. In der zweimal wöchentlich stattfindenden Gruppentherapie ist für jeden Tinnitus - Betroffenen mit seiner individuellen Lebensgeschichte und –situation Platz und in der lebendigen und achtungsvollen Atmosphäre der Gruppe werden verbindende Erfahrungen sowie unterschiedliche Erlebensweisen deutlich. Unser Ziel ist es, nicht gegen Symptome zu kämpfen, sondern für positive Ziele; wir versuchen nicht nur Defizite und Schwächen aufzuspüren, sondern wollen gemeinsam auch Stärken, liebenswerte Seiten, Kraftquellen und entwicklungsfähige Potentiale entdecken. Für Viele ist die Gruppentherapie anfangs eine zum Teil auch angstbesetzte Herausforderung und wird allmählich zu einem Ort der Unterstützung, manchmal wachsen über den Aufenthalt hinaus bestehende Freundschaften. Einmal
wöchentlich kommt die Gruppe zum Ausdrucksmalen zusammen, wobei stehend an der
Malwand auf großen Formaten mit flüssigen Farben gearbeitet wird. Beim
Ausdrucksmalen kommt es darauf an, sich von Bewertungen zu lösen und nicht ein
vorgefertigtes Bild reproduzieren zu wollen, sondern sich mit dem inneren
Erleben und häufig nicht direkt zugänglichen inneren Wissen zu verbinden und
dies über die Farben und Formen zum Ausdruck zu bringen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit von Tiefenatmung und Holotroper Atemtherapie in Gruppen- oder Einzelbehandlung. Durch das bewusste tiefe Atmen dehnt sich der Atemraum und damit auch der Raum für unterdrückte krankmachende Gefühle, welche in die Bewusstheit des Erlebens treten, Beachtung und Ausdruck finden und so losgelassen werden können. In diesem Prozess sind viele Patienten erstaunt darüber, was sie in sich entdecken und wie lebendig sie sich dadurch fühlen können. Bei einigen Tinnitus - Patienten hat die Atemtherapie bis dahin noch nicht gekannte Erfahrungen tiefer Entspannung ermöglicht. Auch die spirituelle und
sinnsuchende, geistige Seite im Menschen erhält Raum. Auf freiwilliger Basis
ist es möglich, an den mehrfach täglich stattfindenden angeleiteten
Meditationen teilzunehmen. Sakraler Tanz sowie Singkreise für Lieder und
Mantren werden angeboten. Die Kosten für die in der Regel zwischen vier und
acht Wochen dauernden stationären stationären Behandlung werden von den
gesetzlichen Krankenkassen, Beihilfestellen und privaten Krankenversicherungen
übernommen. Weitere Informationen erhalten Sie unter der
kostenfreien Telefonnr. (0800) 8901100 und unter dem kostenfreien Fax (0800)
7327380 Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Ihre
Susanne
Panknin
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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